TOM BOWEN und seine Arbeit

Tom Bowen wendete seine innovative Therapie, auf welcher die ISBT Kurse basieren in seiner Praxis in Geelong nahe Melbourne 32 Jahre lang bis zu seinem Tod 1982 im Alter von 66 Jahren, an. Bowen, ein autodidakter Osteopath war in weiten Kreisen als Genius geachtet, weil er seine Heilmethode ohne offizielle Ausbildung in einer Manualtherapie entwickelte. Besondere Beachtung fand seine Technik, weil zu jener Zeit Therapeuten sich im Allgemeinen auf Methoden verließen, die ihre Wirkung auf Wiederholungen und / oder Kraft zurückführten.

„Naturheilkundliche“ Wirkungsweise

Damit ist die Nutzung der dem Organismus innewohnenden Selbstheilungskräfte gemeint. Nicht die Methode oder gar der Therapeut heilen. Es wird nichts aktiv „zurechtgerückt“, es wird nur der Weg zur Selbsthilfe gewiesen.

Sanft für Patienten und Behandler

Die Bowen-Therapie ist nicht invasiv oder mit großer Krafteinwirkung verbunden. Oft können sich Patienten und Studierende kaum vorstellen, dass mit „so wenig“ so viel erreicht werden kann.
Für den Therapeuten stellt die Bowen-Therapie eine schonende Möglichkeit dar, auf den Patienten effektiv und ganzheitlich manuell einzuwirken.

Hohe Effektivität und Nachhaltigkeit

Die autoregulativen Kapazitäten werden durch die Bowen-Therapie solcher Art nutzbar gemacht, dass durch die induzierte Reorganisation die betroffenen Strukturen ihre freie physiologische Funktion in dem Maß und der Geschwindigkeit wiedererlangen, wie es der individuellen Situation jedes Patienten entspricht. Durch die Bowen-Therapie werden Zustände wie Schmerzen, Myogelosen, Verkrampfungen, Schonhaltung, usw. überflüssig gemacht. Der Organismus kann diese „steckengebliebenen“ Gegenregulationen aufheben.

Wem hilft Bowen-Therapie?

Grundsätzlich jedem! Durch die Förderung der „rechten Stimmung“, also des harmonischen Zusammenspiels der komplexen Funktionsbereiche des Organismus, geht die Wirkung auch weit über die unmittelbare Linderung einer umschriebenen körperlichen Symptomatik hinaus.

In einem offiziellen Regierungsbericht, im Bezug auf Manualtherapien, aus dem Jahre 1973 wird angegeben, dass Tom Bowen bis zu 13.000 Personen pro Jahr, manchmal bis zu hundert Menschen am Tag behandelte. Einzig und allein der Schmerzlinderung seiner Mitmenschen gewidmet, dokumentierte Bowen weder seine Arbeit, noch sorgte er für Unterrichtsmöglichkeit, die dem entspricht was sich nach seinem Tod entwickelte. Er hat niemals jemanden im eigentlichen Sinn unterrichtet, aber er hat einer Hand voll von Therapeuten erlaubt, ihn bei seiner Arbeit regelmäßig über einige Jahre zu beobachten. Die Hauptrichtung der Bowen-Therapie beruht auf der Interpretation einiger dieser Therapeuten. Viele Menschen behaupten, dass sie von Tom Bowen unterrichtet worden wären, aber er anerkannte nur sechs Männer als „His Boys“ (seine Burschen). Sie alle waren im Gesundheitswesen tätig und er glaubte daran, dass sie seine Ideen verstanden. Die Therapeuten durften Bowen beobachten und aus dem, was sie ihn tun sahen, ihr eigenes Verständnis entwickeln. Seither ist einer seiner „Boys“ gestorben und ein zweiter hat sich zurückgezogen.
ISBT Leiter Lisa Black und Col Murray, welche die ISBT-Bowen-Therapiekurse entwickelt haben, schätzen sich glücklich, dass sie vier der verbleibenden fünf, bei ihrer Arbeit beobachten durften. Alle vier hatten unterschiedliche therapeutische Hintergründe (ein Osteopath, zwei Chiropraktiker und ein Masseur). Sie betrachteten Bowens Arbeit aus dem Blickwinkel ihrer Ausbildung und ihrer persönlichen Erfahrungen. Als Lisa und Col die einzelnen Therapeuten begleiteten, stellten sie trotz der unterschiedlichen Stile, basierend auf der persönlichen Interpretation jedes einzelnen eine Gemeinsamkeit fest – den „Bowen Move“ und seine grundsätzliche Applikation.